BAUMFREVEL ODER EINE FRAGE DER SICHERHEIT?

Seit geraumer Zeit erhitzen sich die G emüter vieler Bewohner über die Kahlschläge der Bundesforste entlang mehrerer Landesstraßen. Fuhr man früher, zum Beispiel, Richtung Königstetten, so umschloss einen auf der Fahrt von der Abzweigung zum Tulbinger Kogel bis zur Waldschenke Ehrfurcht einflößender Hochwald. Schattig, kühl, beeindruckend. Heute ist links und rechts der Straße kein Baum mehr, höchstens Astwerk und Stümpfe. Jetzt im Frühling beginnt der Unterwuchs eine gnädige grüne Decke darüber zu breiten. Der kahle Eindruck bleibt. Und dies auf vielen Strecken in der näheren und weiteren Umgebung.

Wir haben recherchiert. Unsere erste Frage war jene nach den Gründen für diese Schlägerungen. Die für Biosphärenparkangelegenheiten zuständige Dame bei den Bundesforsten erklärte uns diese Arbeiten so:

„Ich kann durchaus nachvollziehen, dass Schlägerungen im Wald nicht dem Wunschbild des Besuchers entsprechen…..Bei dem von Ihnen angesprochenen Einsatz handelt es sich um eine Maßnahme zur Wegesicherung, deren Notwendigkeit sich genau aus diesen gesetzlichen Haftungsbestimmungen für den Grundeigentümer ergibt. Da sich die Gefahrenzone bis zu einer Baumlänge in den Wald ausdehnt, wurden die Gefahrenzonen bei festgestellter Anfälligkeit bearbeitet – im Fall des Kurvenbereiches am Beginn der Serpentinen mußten die Altbäume aufgrund von Fäulnisbefall entfernt werden.“ (Mail vom 20.3.2019)

 

Anfrage beim WWF
Auch eine Anfrage einer Bürgerin beim WWF ergab, dass aufgrund des ausufernden Klagswesen bei Unfällen die ÖBF das Haftungsrisiko durch Schlägerungen seitlich der Straßen reduziert.

„Wir wissen von den umfangreichen Schlägerungen, können aber leider nichts dagegen tun. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um Maßnahmen, die in Zusammenhang mit der sogenannten Verkehrssicherungspflicht stehen, wie es Ihnen die Grünen Ihrer E-Mail nach richtigerweise mitgeteilt haben. … Diese Bestimmung gibt es seit dem 19. Jahrhundert, sie wurde aber durch mehr als 100 Jahre hindurch nicht wirklich beachtet bzw. ernst genommen. In den letzten Jahren ist es leider zu sehr unerfreulichen Veränderungen in unserer Gesellschaft gekommen: jeder, der durch irgendeinen Einfluss zu Schaden kommt, sucht sofort einen (vermeintlichen) Verursacher und „Schuldigen“ und klagt ihn vor Gericht.

Tatsächlich hat es in den letzten Jahren einige Fälle gegeben, in denen Menschen von plötzlich umfallenden, abgestorbenen bzw. kranken Bäumen verletzt oder getötet worden sind, worauf die Angehörigen den Waldbesitzer bzw. Förster geklagt haben.“ (Mail vom 11.4.2019)

 

Thema in vielen Medien

Auch der Kurier vom 27.April befasste sich mit dem Thema. Und die Bezirkszeitung von letzter Woche enthält eine ganze Serie von Artikeln über das Holz, darunter auch einen von DI Harald Brenner, mit dem ich bereits vor Jahren wegen einer ähnlichen Geschichte in Kontakt war. (s.u.) Es scheint, als ob die Verärgerung und das Unverständnis für derart radikale Maßnahmen weite Kreise zieht!

Schnelle Gewinne?

Seitens der Bundesforste wies man unseren Verdacht, es könnte sich um schnelle Gewinne entlang der Verkehrswege handeln, vehement zurück. Die Holzbringung sei, im Gegenteil, entlang der Straßen aufgrund der nötigen Sicherheitsvorkehrungen viel weniger lukrativ.

Der Ausgabe 15 der Bezirkszeitung vom 11.April kann man entnehmen, dass aber gerade in Mauerbach die Bäume in diesen Bereichen „weit nach hinten bereits hiebsreif“ waren und deshalb die Streifen zur Gänze geerntet wurden.

Die ÖBF erklärten dazu: „ Auf dieser Fläche werden wir mit einer Pflanzung autochthoner Schwarzpappeln ein Projekt des Bundesforschungszentrums für Wald unterstützen. In den anderen Bereichen wird sich – wie Sie bereits anführen – Kraut- und Strauchvegetation bilden, die für eine Erhöhung des Blühangebots sorgen wird.“

Auf unseren Einwand, dass die Schwarzpappel, – ein wunderschöner, stattlicher Baum, der durch das Auspflanzen schnellwüchsiger Hybridpappeln in Augebieten arg verdrängt wurde, –  im lehmigen Wienerwaldboden nicht wirklich heimisch und außerdem Pappeln bruchanfällig (!) sind, teilte man uns mit, dass zu den Verkehrsflächen ohnehin Abstand gelassen würde. Und man auf kleinen, feuchteren Flächen im Sinne einer Trittsteinfunktion zu anderen Pappelvorkommen solche Pappelgruppen auspflanzen wolle.

So stehen wieder einmal die verschiedenen Interessen im Raum. Und jeder hat irgendwie Recht oder Unrecht. Wer kennt nicht jemanden, der eine Firma geklagt hat, weil er oder sie sich durch selbige geschädigt fühlte? Der Fall des verklagten Landwirtes in Tirol wegen der Kuhattacke ist sicher noch allen in lebhafter Erinnerung.

Andererseits wird den Bundesforsten ja nicht ganz unbegründet immer wieder vorgeworfen, bei der Holzernte nicht gerade zimperlich mit dem Wald umzuspringen.

Und nicht jeder Baum fällt gleich um, nur weil er alt ist. In Mauerbach wurden vor wenigen Jahren in Ortsnähe, jedoch weit weg von jeglichem Weg, einige hundertjährige, hochgradig ästhetische und ökologisch wertvolle Eichen gefällt. Einfach so, aus Nachlässigkeit, weil man nicht darüber nachgedacht hatte. Herr DI Brenner von den Bundesforsten sicherte uns damals nach mehreren Mails und Telefonaten zu, solche Charakterbäume hinfort stehen zu lassen und die Bevölkerung im Vorhinein zu informieren, wenn Schlägerungen in Ortsnähe vorgenommen werden. Jetzt musste wieder die Bevölkerung aktiv werden, um Informationen zu erhalten.

Alles lässt sich also auch nicht auf das praktische Sicherheitsargument abwälzen.

Viele Fragen bleiben offen

Denn: Was ist denn nun mit allen anderen Straßen im Wienerwald und auch sonst überall, wo Verkehrswege durch Gebiete der Bundesforste führen? Wird da jetzt überall 20 m in jede Richtung geschlägert? Und, wenn man genau schaut, sind die Sicherheitsstreifen ganz und gar nicht so breit, dass der waldrandnahe Baum beim Umstürzen die Straße nicht erreichen würde.

Ist es glaubwürdig, dass gerade diese Streifen voller morscher Bäume waren? Und, wie sieht es mit den „Stangelbäumen“ aus, die jetzt die Begrenzung zwischen Wald und Freifläche/Straße bilden? Sie sind als Innenbäume dünn und hatten bis dato um sich ein dichtes Netz von Nachbarbäumen. Sind diese durch die entstandene Windschneise jetzt nicht besonders bruchgefährdet, bei den immer stärker werdenden Stürmen?

Wird man diese Flächen aufforsten oder der Natur überlassen?
So bleiben viele Fragen offen und ein schales Gefühl zurück.
Einziger Trost: Die Zeit und die Natur werden ihres dazu beitragen, dass die Aussichten wieder grün und schön werden!

Wir sind auf Ihre Meinung gespannt!

Schreiben Sie an: ursula.prader@gmx.at
Ursula Prader

AUSBILDUNG STATT ABSCHIEBUNG

AKTUELLER KIEBITZ

Mauerbach: „Natur–im–Garten“ – Gemeinde

Seit Juni 2018 ist die Marktgemeinde Mauerbach offiziell Natur-im-Garten-Gemeinde. Dies bedeutet einen Verzicht auf Pestizide, auf Torf-Produkte und Kunstdünger sowie eine naturnahe Grünraumgestaltung. Den Anstoß dazu gab der Umweltausschuss unter GR Monika Kisser.

Darüber freuen wir uns natürlich sehr. Jedes Weniger an Gift ist ein Gewinn für Natur und Mensch, darüber hinaus entstehen bei der Produktion von Düngemitteln erhebliche Mengen an CO2.

Zum Schmunzeln hat uns allerdings gebracht, dass Herr Bürgermeister Buchner in der Bezirkszeitung im September folgenden Satz zum Besten gab: „Als Natur im Garten-Gemeinde ..… leisten wir einen aktiven Beitrag für eine gesunde Umwelt und werden gleichzeitig unserer Vorbildwirkung gegenüber unseren Bürgern gerecht.“

Sehr geschätzter Herr Bürgermeister,  nur 2 Jahre nach dem Start dieser Aktion durch das Land NÖ 1999 haben wir Grüne in Mauerbach begonnen, für dieses großartige Projekt zu werben. Und in jährlichen Werbeaktionen konnten wir weit über 100 Gartenbesitzern zu einer Zertifizierung als „Igelgarten“ verhelfen. Die Frage, was war zuerst, die Henne oder das Ei, geht hier klar zugunsten der engagierten GartenbesitzerInnen Mauerbachs aus!

Ich finde es schon in Ordnung, dass sich ein Bürgermeister mit der großen Gemeinde-Igelplakette abbilden lässt. Dies dient ja auch der Sache. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Bemühungen, auch im Rahmen des Umweltausschusses, also eines Organs der Gemeinde, an Herrn Buchner unbemerkt vorübergegangen sind. Also wäre es nur korrekt gewesen, die vielen privaten Igel-Plaketten-Besitzer mit einer freundlichen und wertschätzenden Erwähnung mit ins Publicity-Boot zu holen.

Dass der Herr Bürgermeister die Verdienste der Grünen in dieser Sache hervorheben würde – da muss wohl wirklich einmal Weihnachten und Ostern zusammenfallen.

P.S. Vor ca.10 Jahren bekam Mauerbach im Rahmen einer Feier im NÖ Landhaus aufgrund des großen Engagements, also der großen Zahl an Igel-Gärten, schon einmal diese schöne Gemeindeplakette verliehen. (Damals waren allerdings nicht die Bürgermeister, sondern die für die Verbreitung der Igelplakette engagierten Bürger geladen). Einige Jahre zierte sie auch den Ortseingang. Dann wurde sie bei Bauarbeiten abmontiert und  –  war danach im Bauhof nicht mehr auffindbar…..

Ursula Prader

Die Grünen für DICH kämpfen lassen

Anfrage an Greenpeace bzgl. FINALSAN

Sehr geehrte Frau Prader,

Danke für Ihr Engagement!

Grundsätzlich empfiehlt Greenpeace nur mechanische Alternativen. Viele Gemeinden kommen auch mit alleinigem Einsatz von mechanischen Methoden gut aus.

Finalsan, bzw. der darin enthaltene Wirkstoff Pelargonsäure, ist im Vergleich zu Glyphosat verhältnismäßig deutlich unbedenklicher.

Aufgrund einiger Datenlücken zur Schädlichkeit bzw. der Schädlichkeit für Wasserorganismen sollte Finalsan in Gemeinden aus unserer Sicht aber nur als Übergangslösung eingesetzt werden. Langfristig sollten die Gemeinden auf mechanische Mittel umstellen. Ein Schritt weg von Glyphosat ist allerdings schon ein wichtiger Schritt!

Mit freundlichen Grüßen,
Ivana Milakovic

Ivana Milakovic, Dr.
Campaign Assistance
Greenpeace CEE
Fernkorngasse 10
1100 Wien
Tel.: +43 (0)1 545 45 80-72
www.greenpeace.at
ivana.milakovic@greenpeace.org

Rechnung FINALSAN / Gemeinde Mauerbach
Informationen zu FINALSAN

Berifft Kiebitz 1/2017 Seite 2 „Glyphosat in Mauerbach“

Liebe Leserinnen und Leser!

In oben angeführten Artikel hab ich an Sie appelliert, sich einer Initiative der Umweltschutzorganisation  Greenpeace anzuschließen und mit dem Versenden einer Email die Verantwortlichen der Gemeinde Mauerbach aufzufordern kein Glyphosat mehr zu verwenden.

Bei der Gemeinderatssitzung  am 28 06 2017 habe ich auch eine entsprechende Anfrage an Bürgermeister Buchner gerichtet und die Antwort erhalten, dass in Mauerbach Glyphosat nicht  verwendet wird.

Zum Zeitpunkt der Gemeinderatssitzung war der Kiebitz bereits gedruckt und harrte der Auslieferung. Es war daher mein Versäumnis und meine Nachlässigkeit, dass ich den Artikel weder geändert oder entfernt noch um die Antwort meiner Anfrage ergänzt habe, der zu Folge Mauerbach bereits  glyphosatfrei  ist.

Durch mein Versäumnis wurde die Gemeindeverwaltung mit Emails geflutet, was zu einer massiven Belastung der Mitarbeiter der führte. Ich ersuche Sie daher, keine weiteren Mails zu diesem Thema an die Gemeinde zu senden. Ich selbst werde die Gemeinde ersuchen, mir mitzuteilen,  welche Chemikalien bei der Betreuung der Grün- und Außenanlagen verwendet werden um im Zuge einer weiteren Aussendung darüber zu informieren.

Den Mitarbeitern der Gemeinde möchte ich mitteilen, dass ich die Folgen meines Artikels bedaure  und ich ersuche sie, meine Nachlässigkeit zu entschuldigen.

Michael Felzmann

Mauerbach, 18.07.2017

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Junge Schlingnatter frisst Blindschleiche

Am 28. August spielt sich in der Abenddämmerung in der Buchengasse am Allerheiligenberg ein Schauspiel der seltenen Art ab:
Eine gerade einmal 12 cm lange junge Schlingnatter erbeutet eine ebenso junge, etwa 9 cm lange Blindschleiche.

Da die Natter erst vor nicht allzu langer Zeit geschlüpft sein kann, war dies wahrscheinlich ihr erster großer Jagderfolg. Das Tier war mit seiner Beute, die sich heftig wehrte, so beschäftigt, dass sie zwei Beobachter und den Fotoapparat tolerieren musste, bis die gesamte Blindschleiche verschlungen war. Erst dann suchte sie rasch das Weite – sie versteckte sich in etwa 30 cm Entfernung unter angewehtem Laub direkt am Gartentürl.

STOP TTIP JETZT!

 TTIP – vom skandalumwitterten Geheimpapier zur öffentlichen Aufruhr 

Das geplante Freihandelsabkommen mit den USA hätte, ginge es nach den Wünschen der Wirtschaft hüben wie drüben, möglichst an der Öffentlichkeit vorbei, durchgewunken werden.

Nur den aufmerksamen NGO´s ist es zu verdanken, fdass seit Jahren dagegen Sturm gelaufen wird. Auch der Gemeinderat der Marktgemeinde Mauerbach hat sich, auf unseren Antrag, einem Aufruf auf Ablehnung dieses Abkommens angeschlossen.

Nun werden von Greenpeace etwa die Hälfte der Dokumente online gestellt, jeder kann nachlesen, worum es da geht. Deutschland will seine Autos verkaufen, die USA die strengeren Bestimmungen in  Europa betreffend Nahrungsmittel umgehen.

Gentechnik soll zugelassen werden. Und das Prinzip der Beweislastumkehr soll eingang finden: In Europa muss der Hersteller beweisen, dass das Produkt, das er in Verkehr bringen will, nicht gesundheitsschädlich ist. In den USA muss der geschädigte Konsument beweisen, dass er durch das Produkt krank geworden ist. Noch Fragen???

Lesen Sie selbst: http://www.greenpeace.org/austria/de/

 WERDEN SIE AKTIV!
Die neuen Medien bieten wirksame Möglichkeiten, als Bürger millionenfach zu reagieren! Daran können auch die nicht vorbei, die lieber hinter verschlossenen Türen ihre Lobbys bedienen und mit dem Totschlagargument der Arbeitsplatzsicherung  unser aller Gesundheit aufs Spiel setzen (und zahllose Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und anderswo vernichten!)

U.P.