Bei der Gemeinderatssitzung am 12.12.2016 bekam ich den Eindruck, dass auch das letzte Fleckchen von Mauerbach mit großen Wohnhausanlagen zugepflastert werden soll. An der Hauptstraße hinter der Werkstatt, in der Talgasse in Steinbach, am Areal des jetzigen Fußballplatzes – überall sind große Wohnbauten geplant, immer geht es nur darum, möglichst viel Wohnraum auf der kleinsten Fläche unterzubringen. Schön langsam gewinne ich den Eindruck, dass auch der verbissene Kampf um den Fußballplatz auf der Feldwiese eigentlich ein Kampf um Bauland im Ortsgebiet ist. Dabei wird aber weniger über sinnvolle Ortsentwicklung und langfristige Planung im Sinne der derzeitigen Mauerbacher Bevölkerung diskutiert. Vielmehr versucht die ÖVP ihre festgelegten Pläne mit allen Mitteln – offenbar auch gegen den Willen der Mehrheit der Mauerbacher Bevölkerung – durchzusetzen.

Was ist der letzte Vorschlag, diesmal von der FPÖ in der Gemeinderatssitzung eingebracht? Eine neue Volksbefragung über den Sportplatz auf der Feldwiese! Und natürlich ist die ÖVP sofort dafür. Das Versprechen unseres Bürgermeisters, sich an den Ausgang der Volksbefragung halten zu wollen, ist damit hinfällig. Jetzt verstehe ich auch, die intensive Propaganda der letzten Wochen besser: es soll der Eindruck erweckt werden, alles sei jetzt anders und darum sei eine neuerliche Volksbefragung zu rechtfertigen. Doch in Wahrheit ist nichts anders als vor der Volksbefragung: die Feldwiese ist noch immer ein Naturjuwel, das nicht zerstört werden darf, sie ist noch immer das Naherholungsgebiet mit Kinderspielplatz und Wanderwegen und eine wertvolle, weil seltene Wienerwaldwiese. Für den möglichen Alternativstandort Hainbucherstraße wurde kein einziges Gutachten erstellt, um es bei der Behörde einzureichen und es wurden auch keine Anstrengungen unternommen, den Flächenwidmungsplan bzw. das Mauerbacher Ortsentwicklungskonzept zu adaptieren, damit ein anderer Standort als die Feldwiese als Fußballplatz überhaupt in Frage kommt.

Zusammengefasst: Der Mauerbacher Gemeinderat hat seit Jahren nur die Feldwiese als Sportstätte im Flächenwidmungsplan ausgewiesen, die NÖ Landesregierung besteht zu Recht auf der Einhaltung des Flächenwidmungsplans und die Gemeindeverantwortlichen beteuern, dass ja die Landesregierung ihnen keine Alternative lässt, als nur einzig und allein auf der Feldwiese einen Fußballplatz zu errichten. Dabei wurde kein einziger konkreter Antrag  auf Änderung je eingebracht! Das einzige worauf die Befürworter einer neuen Volksbefragung sich stützen, ist ein Vorgespräch in der Landesregierung, bei dem deutlich betont wurde, dass sachlich gerechtfertigte Gründe für Änderungen der Flächenwidmung vorgelegt werden müssen. Dies sei nach dem derzeitigen Stand der Dinge nicht der Fall. Und wenn ich die Begehrlichkeiten nach Bauland und Verbauung der letzten Grünoasen im Wiener Umland betrachte, dann verstehe ich auch die Reserviertheit der Beamten gegenüber jeglichen Änderungswünschen von Gemeindeverantwortlichen sehr gut!

Monika Kisser

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