Wie viel Demokratie ist genug?

Die Aufgabe war, unter mehreren möglichen Plätzen den bestgeeigneten Standort für einen Fußballplatz zu finden. Also ließ man einen G-21-Arbeitskreis eine Liste von alternativen Plätzen erarbeiten, die nicht von vornherein untauglich schienen. Das war sehr demokratisch. Man versprach auch, alle wichtigen Fragen in einer eigenen Arbeitsgruppe aus Mandataren und Bürgern zu besprechen. Das war noch demokratischer. Die Opposition schien alles zu kriegen, was sie gewünscht hatte.

 Es wäre zu schön gewesen 

Langsam begann irgendwas im demokratischen Getriebe zu knirschen. Die versprochene Offenheit kam zu einem plötzlichen Halt, die Arbeitsgruppe tagte gerade einmal (1‑mal), danach nimmer. Und man begann, vor allem den recht aussichtsreichen Standort an der Hainbucherstraße kaputtschreiben zu lassen (siehe den Beitrag dazu). Schnell wurde ein Projekt für die Feldwiese entwickelt, von der man weiß, dass viele BügerInnen sie lieben und sie so erhalten wollen, wie sie ist.

Wie auf Schienen – so läuft die Sache mittlerweile schon Richtung Genehmigung, praktisch nur gestützt auf die Behauptung, die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes würde ja durch eine Bepflanzung bisher freier Flächen ausgeglichen. Es wurde auch gesagt, die Feldwiese würde noch schöner, als sie bereits ist.

 Kann da wer dagegen sein? 

Doch, es kann:
Bürgerinitiative und Opposition zeigen auf, dass

  • Alternativstandorte eben nicht ehrlich geprüft wurden, und
  • wollen die Feldwiese noch immer nicht opfern, und
  • haben sehr klar das Bild hoher Zäune, Gebäude und Lichtmasten vor Augen.

Im Gegenzug verweisen die Regierenden auf ihr hochdemokratisches Vorgehen, und halten auch entgegen, dass doch alles eingehend geprüft worden sei. Nur …

… es is alles net wahr, es is alles net wahr (frei nach Nestroy)

Dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt, sieht die Bürgerinitiative, und genauso sieht es die Opposition. Ihre VertreterInnen legen deshalb die Mandate nieder, um den Schnellzug „Feldwiesenverbauung“ im letzten Moment zu stoppen. Jetzt sitzen sie aber in der Falle, oder nicht? Denn sie verweigern die Arbeit, und verhalten sich noch dazu höchst undemokratisch, entgegen allem, was der Bürgermeister ihnen zugestanden hat.

Die Wirklichkeit – Pech für die Regierenden:

In Wirklichkeit lässt sich klar zeigen, dass es leider nix mit der Demokratie war, und auch nix mit der Prüfung möglicher Standorte. Völlig klar ist dagegen, dass der Bürgermeister einfach die Feldwiese um jeden Preis verbauen will, er wird wissen, warum.

 Somit schnappt die Falle NICHT zu, die man gestellt hatte, denn jetzt muss erst neu gewählt werden. 

tb

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