Feldwiese Mauerbach   –  Fakten und Hintergründe

Das Areal wurde vor fast 35 Jahren als Grünland Sport gewidmet.

Der SC Mauerbach spielt auf einem Platz mitten im Ort, im Schwemmgebiet des einstmals mäandrierenden Mauerbaches, der jetzt an den Rand der ebenen Fläche gedrängt ist. Das Areal ist sehr feucht und zu klein für die gute Nachwuchsarbeit des Fußballvereins. Oft spielen mehrere Nachwuchsmannschaften auf dem Feld gleichzeitig.

 Kurze Chronologie: 

2011 begann sich Widerstand zu regen, Gründung einer Bürgerinitiative, die sehr rasch über 600 Unterschriften gesammelt hatte. (Bis heute sind es 1100).

Die Gemeinde beauftragte die Firma AVL mit einem Naturverträglichkeitsgutachten. (AVL Arbeitsgemeinschaft – Vegetationsökologie und Landschaftsplanung, Autoren: DR. Mair, Dr. Grass, Mag. Jaklitsch, September 2011)

Dieses war zum Teil sehr ausführlich, was die Lebensraumtypen und die Arten der FFH-Richtlinie betraf. Es beschränkte sich jedoch ausdrücklich auf das Gebiet, das tatsächlich verbaut wird:

Die Beurteilung der Auswirkungen des Projektes beziehen sich in der vorliegenden Arbeit somit nur auf die direkten Auswirkungen durch Flächenverluste……, nicht aber auf allfällig zu erwartende Störungen in der Betriebsphase, wie z.B. Flutlichtbetrieb, Lärm ect.“ (S.2)

Begründet wird diese Beschränkung durch das Fehlen dementsprechender Unterlagen seitens des Auftraggebers.

In diesem Gutachten wird deutlich urgiert, die Apfelallee, die Gehölzzeilen und den Spielplatz mit seinen wertvollen Hecken unbedingt zu erhalten.

Die Rodung der zum Teil alten Feldgehölze um den Kinderspielplatz führt zu einem Verlust von Biotoptypen der roten Liste Österreichs. Der Ersatz durch Neupflanzungen ist nur längerfristig zu bewerkstelligen.“ (S.30)

Des Weiteren wird verlangt, dass Netze und Zäune nicht dauerhaft aufgestellt werden sollen, sondern nur während des Spielbetriebes, und dann wieder umgelegt werden müssen: „Zäune hinter den Toren sind so auszuführen, dass sie nur bei Bedarf installiert werden und nicht dauerhaft errichtet werden. Dies führt einerseits zu einer geringeren Beeinträchtigung des Landschaftsbildes als auch zu einer Vermeidung von Flughindernissen für Vogel – und Fledermausarten.“ (S.33)

Die detaillierte und fundierte Kritik an einigen Punkten des Gutachtens wurde seitens der Verantwortlichen nicht zur Kenntnis genommen.

Die G21-Ag Kultur und Sport erstellte eine umfangreiche Analyse jeden möglichen Standortes ihn Mauerbach. An jeden Standort wurden die gleichen Maßstäbe und Kriterien angelegt. Dabei blieben schließlich de facto 4 Varianten übrig: Feldwiese, Hainbucherstraße, Sanierung des alten Platzes mit zusätzlicher Trainingsmöglichkeit an anderem Ort und die sog. Forstnergründe.

Der Standort Hainbucherstraße ist wegen seiner Lage im Tal, seinen ausreichend vorhandenen Parkplätzen und der Lage in einem rein landwirtschaftlich genutzten Areal von der Bevölkerung außer Streit gestellt.

Die Gemeindebestellte dann eine Planskizze bei DI Zita, die beide Standorte gegenüberstellen sollte. Bei der öffentlichen, von ca. 200 BürgerInnen besuchten Präsentation war nach wenigen Minuten allen klar, was das Ergebnis sein sollte. Die Fakten wurden tendenziös bewertet, der Maßstab war auf d. Feldwiese ein anderer als unten, so dass man den Eindruck erhalten musste, dass Gefälle wäre im Tal (fast eben!) wesentlich größer als oben auf der Feldwiese. Die 3 Meter Differenz unten wurden zum ernsten Problem erklärt, die Höhenunterschiede oben wurden trotz mehrmaligem Nachfragen seitens des Auditoriums nicht genannt („Das finde ich jetzt gerade nicht.“ DI Zita) De facto sind es 18 Meter Höhendifferenz. Naturschutzargumente wurden für die Hainbucherstraße bemüht, für die FW dann dasselbe Argument jedoch nicht.

 Grobplanungen für den Standort Hainbucherstraße liegen vor. 

Im Oktober 2012 berief BGM Buchner eine Begehung des Standortes Hainbucherstraße ein.  (AVL, DI Zita, FA kpp (wird später für das Betriebskonzept und den technischen Bericht der Planung Feldwiese beauftragt), BH und WA (Wasserwirtschaft, Raumordnung, Forstamt,..), nicht aber andere Vertreter des Gemeinderates, nicht der Umweltgemeinderat, niemand von G21 oder der Bürgerinitiative, obwohl diese Teilnahme im GR dringend angemahnt und erbeten wurde.

Schließlich wurde die Firma Prähofer beauftragt, auf Grundlage des AVL-Gutachtens eine Naturverträglichkeitserklärung zu erstellen.

Diese folgt über weite Teile dem AVL-Gutachten. Keine Rede ist jedoch mehr vom Umlegen der Zäune und dem Erhalt der Gehölze und des Spielplatzes.

Zoologische und botanische Belange werden ausführlichst behandelt, das Thema Landschaftsschutz, Schönheit und Eigenart der Landschaft, Erholungswert werden mit wenigen lapidaren Zeilen abgehandelt.

Es wird sogar allen Ernstes die abendliche Flutlichtbeleuchtung als Vorteil hingestellt:

Bezüglich Beeinträchtigung der Schutzgüter des Landschaftsschutzes ist keine negative Beeinflussung zu erwarten, lediglich die Masten sind bei Tag im Landschaftsbild sichtbar- Für Erholungssuchende mit Hunden ist die Abstrahlung in unmittelbarer Umgebung der Spielfelder (diffuses Licht) eventuell von Vorteil, da das Gebiet auch in der Dämmerung genutzt werden kann und somit Spaziergänge mit Hunden länger möglich sind.“ (S.39)

Inzwischen haben sich von 3500 Wahlberechtigten MauerbacherInnen bereits 1100 gegen die Verbauung der Feldwiese mittels ihrer Unterschrift ausgesprochen.

Im Juni 2014 langt der positive Bescheid der BH WU am Gemeindeamt ein. Wieder wird niemand informiert, nur durch Gerüchte sickert diese Tatsache schließlich im August durch. Der BGM erklärt in den Medien, dass er jetzt zu bauen beginnen will. Jahrelange Proteste, Verhandlungen, Gespräche und Diskussionen sind damit obsolet geworden.

Im September 2014 sieht die regierende Fraktion im 2. Nachtragsvoranschlag 2,4 Mio. für den Bau des Sportplatzes vor, aus den Mitteln aus dem Verkauf des alten Platzes an eine Wohnbaugenossenschaft, eine Absichtserklärung des Bauträgers sowie Pläne für die Verbauung liegen bereits vor, wieder ohne dass der Gemeinderat je informiert wurde.

Am 14. September lädt der BGM zu einer Präsentation des Projektes ein. Dabei werden – überraschend für alle – auch bereits die Planskizzen der Verbauung des alten Platzes durch die Atlas – Baugenossenschaft vorgestellt.

Die Veranstaltung in der großen Turnhalle ist voll, etwa 450 BürgerInnen nehmen teil. Die Stimmung ist katastrophal, wütendes Gebrüll und bösartige Zurufe seitens einiger militanter Mitglieder des Fußballclubs verstören viele Bürger. Weder der Bürgermeister noch der Obmann des Fußballvereines rufen zur Ordnung. Die Leute sind entsetzt.

Am 16. September legt die Opposition geschlossen ihr Mandat zurück, weil sie es nicht mit ihrer politischen Verantwortung vereinbaren kann, dass entgegen dem Willen so vieler BürgerInnen dieses schöne Naherholungsgebiet zerstört wird.

Wir erhoffen uns eine neuerliche Prüfung des Sachverhaltes insbesondere des Aspektes des Landschaftsschutzes. Dieser wird unserer Meinung nach außerordentlich vernachlässigt. Die in den Gutachten und Bescheiden gewählten minimalistischen Formulierungen nähren den Eindruck, dass die Gutachter sich durchaus bewusst waren, dass dieses Gesetz der absolute Schwachpunkt des Genehmigungsverfahrens ist.

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