Naturgärten in Mauerbach – die Igelplakette

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Die UNO hat in ihrer Vollversammlung das Jahr 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität (Artenvielfalt) erklärt.

Ein naturnaher Garten hat eine vielfach höhere Biodiversität als der angrenzende Buchenwald. Viele verschiedene Kleinlebensräume, so genannte „ökologische Nischen“,  Steinhaufen, naturnahe Wiesen, einheimische Büsche, ein kleines Gewässer, Obstbäume, insbesondere alte, knorrige, geben einer Vielzahl von Lebewesen Unterschlupf und Nahrung.

Das Land NÖ fördert seit über 10 Jahren das Bewusstsein, durch die Gestaltung des eigenen Hausgartens zur Erhaltung vieler Arten oder gar zu deren Wiederansiedlung beizutragen.  Libellen sausen durch die Lüfte, Molche und Kröten werden von Jahr zu Jahr mehr, Eidechsen, Schlangen und seltene Insekten wie Gottesanbeterin und Schwalbenschwanz-Falter kehren zurück.

 Mauerbach rangiert mit 100 Igelplaketten-Naturgärten im Spitzenfeld aller niederösterreichischen Gemeinden. 

Bei dieser Dichte kann man absolut von einer hohen ökologischen Bedeutsamkeit sprechen. Ein einzelner Gartenteich ist ein schöner Anblick für seinen Besitzer. Ein Gartenteich in jedem 10. Garten bedeutet bereits ein dichtes Netz an ökologisch wertvollen Kleingewässern, die einer Vielzahl von auf der roten Liste stehenden Tierarten, insbesondere Lurchen und Reptilien einen gesicherten Lebensraum bieten. Die Individuenzahl von Ringelnattern,  Schlingnattern (beide völlig harmlos und sehr scheu), Unken und Kröten hat sich in den letzten Jahren eindeutig erhöht.

Ähnliches gilt für Flecken mit Brennnesseln und anderen „Unkräutern“ als Futterpflanzen für Schmetterlinge. Auch bei den Schmetterlingen ist die Vielfalt unzweifelhaft gewachsen, nachdem sie in den 70- bis 90-Jahren stark gesunken war und schon ein Zitronenfalter oder Kohlweißling Aufsehen erregte.

Auch das Interesse für alte Obstsorten im eigenen Garten ist stark steigend. Insgesamt ist diese Entwicklung aus ökologischer aber auch ästhetischer Sicht sehr zu begrüßen.

Es ist mir ein Anliegen, an diese Stelle allen MitbürgerInnen, die sich in diese Weise um ihren Garten bemühen, für ihr Engagement zu danken.

Vielleicht kann dieser Artikel den einen oder anderen Gartenbesitzer auf neue Ideen bringen, seinen Garten ein klein wenig aus den Fängen von Rasentrimmer, Unkrautvernichter und Heckenschere zu entlassen.

 Wir helfen gerne dabei! 

Die Igelplakette am Zaun ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Gartenbesitzer es mit dem Artenschutz und Naturschutz ernst meinen.

Wir bieten daher auch heuer die Teilnahme an der Aktion „Natur im Garten“ des Landes NÖ an. Wenn Sie meinen, Ihr Garten sei im Großen und Ganzen ein naturnah bewirtschafteter Garten, können Sie folgendes Service in Anspruch nehmen:

Eine Referentin der Umweltberatung NÖ besucht Sie in Ihrem Garten. Sie können Fragen stellen, Probleme ansprechen und erhalten einiges an Info-Broschüren und Tipps. Wenn Sie die Kriterien für die Igelplakette erfüllen, erhalten Sie diese Emailplakette für Ihren Gartenzaun.

 Die Kriterien für die Igelplakette 

Die Kernkriterien, die auf jeden Fall erfüllt werden müssen, sind

  • kein Gifteinsatz
  • kein leichtlöslicher Mineraldünger
  • kein Torf

Darüber hinaus werden Gestaltungselemente  (siehe oben) und Bewirtschaftungskriterien, wie z.B. ein ökologisch bewirtschafteter Nutzgarten als Maßstab für die Beurteilung herangezogen.

In einem Igelgarten sollen zumindest einige dieser Elemente vorhanden sein.

Es werden aber auch Ansätze in Richtung einer Ökologisierung positiv bewertet, um den Weg zum Naturgarten zu fördern und erleichtern.Interessenten wenden sich bitte an u.prader@gruenemauerbacht.at

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