Biosphärenpark Wienerwald

Mauerbach liegt im Biosphärenpark Wienerwald. Wissen Sie was das bedeutet? Darf ich unbekümmert Blumen pflücken, Bärlauch und Pilze sammeln?

Der Biosphärenpark Wienerwald wurde 2005 von der UNESCO in die weltweite Liste der Biosphärenparke aufgenommen und ist ein Projekt der Länder Niederösterreich und Wien. Bei Biosphärenparken geht es um die Beziehung Mensch und Biosphäre, also allem Lebendigen, das uns umgibt. Ziel ist es, die biologische Vielfalt zu schützen, sich wirtschaftlich und sozial zu entwickeln und kulturelle Werte zu erhalten.

Großes Augenmerk wird auf Nachhaltigkeit gelegt: Ökologisches Gleichgewicht, Ökonomische Sicherheit und Soziale Gerechtigkeit stehen im Vordergrund. Es gilt der Leitsatz „Mit der Natur und für die Natur, mit den Menschen und für die Menschen in der Region Wienerwald“

Eingeteilt wird ein Biosphärenpark in 3 Zonen: Kernzone, Pflegezone und Entwicklungszone.

Die Kernzone ist von jeglicher Nutzung ausgeschlossen und dient der Forschung und Beobachtung. In Niederösterreich sind die Kernzonen als Naturschutzgebiete und in Wien als Landschaftsschutzgebiete unter Schutz gestellt.

Die Pflegezone grenzt an die Kernzone und erlaubt schonende Landnutzung wie ökologischen Landbau und sanften Tourismus. Die Entwicklungszone ist flächenmäßig der größte Bereich. Sie ist besiedelt und dient Projekten z.B. zur Nachhaltigkeit als Modellregion.

In Mauerbach liegt eine der 37 Kernzonen des Biosphärenpark Wienerwald. Sie umfasst eine Fläche von 235 Hektar und besteht hauptsächlich aus Waldmeister-Buchenwäldern mit kleinflächigen Schwarzerlen-Eschen-Auwäldern.  Mehr als die Hälfte der Waldbäume ist hier älter als 100 Jahre.  Abgestorbene Bäume bleiben als Totholz liegen und bieten Lebensraum für seltene Käfer, Pilze und andere Lebewesen. Rund ein Drittel aller waldbewohnenden Tiere sind direkt oder indirekt von Totholz abhängig. Das abgestorbene Holz vermodert und gibt die gespeicherten Nährstoffe wieder in den natürlichen Kreislauf zurück – so entstehen die „Urwälder von morgen“.

Was ist nun in der Kernzone erlaubt? Besucher sind auf den offiziell markierten Wegen herzlich willkommen. Bitte lassen Sie aber die Natur unberührt, das gilt besonders für Blumen, Pilze und Beeren. Keinen Abfall zurück lassen, Hunde an die Leine, ruhiges Verhalten und schon steht einem Kernzonen-Spaziergang nichts mehr im Wege.

Renate Ritter

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