Am Sonntag, dem 23.11. fand im Pfarrsaal der Pfarre Maria Rast in Steinbach eine Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative „Rettet die Feldwiese“ gemeinsam mit SPÖ, Grünen und Wir-für-Mauerbach statt.

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Zu Beginn referiert Herr DI Fux, erfahrener Sportstättenplaner, über die branchenübliche Vorgehensweise beim Neubau von Sportstätten. Bedarfserhebung (z.B. wie viele Trainingsstunden pro Woche), finanzielle Möglichkeiten, Standortwahl, … Europaweit zeige sich ein Trend weg vom organisierten Mannschaftssport hin zu Individualsportarten wie Skaten, Boldern, Mountainbiken. Er empfiehlt dringend, ein sportliches Gesamtkonzept zu erstellen und nicht eine Anlage einzeln zu planen.

DI Fux betont die Wichtigkeit der Planung. In einer Grafik zeigt er die Abhängigkeit der Kosten vom Zeitpunkt der Planung: Je früher im Planungsstadium, umso größer die Möglichkeit, auf die Kosten Einfluss zu nehmen. Späte Änderungen oder Auftreten von Komplikationen infolge ungenauer Planung lassen die Kosten in die Höhe schießen. Insbesondere sind die Betriebskosten frühzeitig in die Überlegungen einzubeziehen.

Die Anlage auf der Feldwiese in der derzeit vorliegenden Form kalkuliert DI Fux auf etwas über 3 Mio. Euro. Dabei bleiben die Verkehrsanlagen, die ökolog. Ausgleichsmaßnahmen, der Spielplatz und die Tennisplätze noch unberücksichtigt. Die jährlichen Betriebskosten berechnet er mit ca.80.000€.

Besonders teuer werden seiner Einschätzung nach die Erdbewegungen: Das Ausgangsmaterial, der Lehm, ist für die Spielfelder völlig ungeeignet und muss großflächig abgetragen und verbracht werden, durchlässiges Material muss herangeführt werden.

Eine mögliche Alternative wäre seiner Meinung nach die komplette Sanierung des alten Platzes und stufenweise ein Ausbau, z.B. ein Trainingsfeld mit Kunstrasen, der viel strapazierfähiger ist.

Nach dem Fachvortrag präsentierten die involvierten Gruppen jeweils in einem 3-Minuten-Statement Ihre wichtigsten Überlegungen. Der Obmann des SC Wiesbauer nützte zum Erstaunen vieler diese Möglichkeit nicht: Er habe in der „offiziellen“ Veranstaltung in der Schlossparkhalle alles gesagt.

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Herr BGM Buchner stellte knapp und eindeutig klar, dass eine neue Anlage nur auf der Feldwiese in Frage käme. Werde sie dort nicht gebaut, gäbe es keinen neuen Platz und der Verein müsste sich auflösen.

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Die Grünen wiesen auf die soziale Schieflage hin, auf die Vernachlässigung der Interessen der Mädchen und all jener Jugendlichen, die anderen Sportarten zugeneigt wären, – Stichwort Skaterplatz und Beachvolleyball-Platz! Unser Anliegen heißt: Zurück an den Start, alle einbinden und mit höchstmöglicher Transparenz ein Sportstätten-Konzept entwickeln, das für alle sportbegeisterten Jugendlichen und Kinder etwas beinhaltet und auch MIT diesen geplant wird.

Auch wurde von uns erstmals öffentlich thematisiert, dass die Gemeinde bei Verkauf des alten Platzes für ca. 2Mio. € Spekulationssteuer zahlen müsste und zwar satte 25%! – ein Umstand, den Herr BGM Buchner bei seinen Kalkulationen vom Nullsummenspiel bislang mit keinem Wort erwähnt hat!

Ebenso berichteten die Grünen im Laufe der Diskussion, dass laut Aussagen des NÖ-Umweltanwaltes nach heutiger Rechtsprechung eine Umwidmung auf Grünland-Sport auf einem Gebiet wie der Feldwiese nicht mehr denkbar wäre! Die Grünen werden sich in Zukunft intensiv dafür einsetzen, dass die Feldwiese wieder zu Grünland-Landwirtschaft rückgewidmet wird.

Seitens des SC wurde der Ruf nach fertigen Alternativkonzepten laut. Da dies aber nicht Aufgabe einer Bürgerinitiative sein kann, verwiesen wir mehrfach auf die von G21 erarbeiteten Grundlagen.

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Die Debatte verlief im Großen und Ganzen recht zivilisiert ab. Traurig und unverständlich mutete es viele Teilnehmer an, dass der Fußballclub keine einzige versöhnliche Geste setzte, keinen einzigen Schritt auf die Skeptiker zuzugehen bereit war. Viele Fragen an den SC blieben schlichtweg unbeantwortet, weil, trotz mehrmaligen Nachragens seitens der beiden (sehr professionellen) Moderatorinnen, niemand der Funktionäre zu einer Äußerung bereit war.

Abgesehen von dieser ernüchternden Erkenntnis war es Insgesamt ein interessanter Nachmittag, der viel Sachinformation brachte und friedlich verlief.

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Ein großer Dank an die Organisatoren!

U.P.

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