FRAUEN IM GEMEINDERAT – eine kleine Statistik zum Nachdenken

Mauerbach hat gewählt. Mauerbach hat fast 45% Frauen in den Gemeinderat gewählt: 10 von 23 Mandataren sind Frauen.

Wenn man allerdings nach Fraktionen differenziert, sieht die Sache schon anders aus:
 Die Mehrheitspartei ÖVP hat mit 30% den geringsten Frauenanteil, von 10 Mandataren sind 7 Männer. 

In der SPÖ kommen auf 4 männliche Kollegen 2 weibliche,  bei den Grünen sind 2 der 3 Mandatare Frauen .
Pro Mauerbach und die FPÖ sind zu 100% weiblich, WfM männlich.

Natürlich sagt das Geschlecht nichts über die Qualität der Arbeit im Gemeinderat aus. Manchmal ergibt es sich einfach, dass jemand sich in der Gemeindepolitik engagieren will, da sollte derjenige zum Zug kommen, der das größere Interesse zeigt. Allerdings muss man die Frage stellen dürfen, warum sich für die Arbeit in manchen Fraktionen mehr Männer interessieren als Frauen.

Nun zu den Gremien: Da fällt auf, dass die Ausschüsse für Soziales und Umwelt eindeutig weiblich dominiert sind: der Sozialausschuss zu 100%, im Umweltausschuss sitzt Herr Strnad als Vertreter der ÖVP, die übrigen vier Mitglieder sind Frauen. Der Finanzausschuss und der Bauausschuss sind zu 100% in männlicher Hand, im Infrastrukturausschuss vertritt nur Frau DI Kisser von den Grünen die weibliche Hälfte des Planeten. Bei Kultur und Sport und im Prüfausschuss ist das Verhältnis ausgewogen.

Auch dabei gilt: Es kommt auf die Qualifikation und nicht auf das Geschlecht an. Hauptsache der Ausschuss arbeitet gut als Team und überlässt nicht dem Vorsitzenden die gesamte Arbeit.

Beim vorgeordneten Gremium VORSTAND allerdings schlagen überkommene Vorstellungen zu. Hier kommt es nicht auf  ganz spezielle Kenntnisse an. Hier sollte meiner Meinung nach ein Querschnitt der Fraktionen und Meinungen die Interessen der Bürger und Bürgerinnen repräsentieren. Wohlgemerkt: auch der Bürgerinnen. Und das ist in Mauerbach eindeutig nicht der Fall. Der Vorstand ist fest in männlicher Hand. Lediglich die Grünen entsandten eine Frau. Ich habe in vielen Jahren Ausschussarbeit, Gemeinderatsdebatten und Diskussionen immer und immer wieder erfahren und erlebt, dass Männer und Frauen in Sachfragen die Dinge anders beurteilen, andere Aspekte sehen. Das ist natürlich immer eine Bereicherung.

Im Vorstand hätte natürlich die ÖVP eine ihrer drei weiblichen Mitarbeiterinnen entsenden können, sie hätte auch, statt Herrn Dutzler, einer Mandatarin von Pro Mauerbach einen Sitz überlassen können. Auch der SPÖ wäre es gut angestanden, z.B. die sehr engagierte Frau Schrottmeyer zu entsenden. So wäre der Vorstand ausgewogen, interessanter und ganz sicher innovativer geworden.

So aber wird es sehr schwierig werden, die weibliche Sicht der Dinge gegen sechs männliche Einigkeiten zu vertreten,

meint Ihre
Ursula Prader

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