Der Biber war unschuldig!

Der Biber war unschuldig!

Anfang Juli diesen Jahres trat augenscheinlich das ein, was viele schon befürchtet hatten: der Kanal entlang des Mauerbaches war defekt und verwandelte den Bach in eine schleimig-milchige, übelriechende Kloake.

Über mehrere Tage war die Aufregung und Verunsicherung der Anrainer und Spaziergänger groß.

Feuerwehr und Gemeinde traten in Aktion, um die Ursache zu eruieren.

Ein Schuldiger war schnell gefunden…

Herr BGM Buchner teilte mir mit, dass der Biber, wie ja befürchtet, den Kanal entlang des Baches unterminiert und so diese Katastrophe ausgelöst hätte. Die Sanierung würde ein Vermögen kosten. Der Biber müsse daher weg.

Ziegelsteine in Betriebsruine

Zum Glück für den Biber und alle die ihn als Bereicherung empfinden stellte sich rasch heraus, dass die Ursache ein durch zwei Ziegelsteine verlegter Abwasserkanal und ein nicht ordnungsgemäß abgedeckter Regenwasserschacht auf dem Betriebsgelände der ehem. Firma Ketterl das Eindringen von Fäkalwässern in den Mauerbach verursacht hatten. Das Problem war rasch behoben.

In der Zwischenzeit hat sich der Bach wieder erholt, das von einer Beamtin der BH vorausgesagte Fischsterben ist ausgeblieben und der Biber ist rehabilitiert.

 

Absicherung des Kanals wichtiges Ziel

Allerdings darf die Gefahr einer Beschädigung des Kanals durch den Biber nicht unterschätzt werden. Der Biberbeauftragte der Gemeinde, Daniel Wurzer, hatte sich deshalb bereits um eine Firma zur Erstellung eines Konzeptes für geeignete Maßnahmen zum Schutz des Kanals, ohne den Biber zu entfernen, gekümmert. Allerdings fehlt dafür im laufenden Jahr der ausreichend dotierte Budgetposten. Der Umweltausschuss hat daher in seiner Sitzung im Juli dringend ersucht, im Jahr 2022 ausreichend Budget für diese wichtige Maßnahme vorzusehen.

Kleine Bemerkung am Rande: Das letzte Stückchen Sandstraße am Allerheiligenberg, vielleicht 60 Meter, mit genau EINER Hausnummer, werden für 30 000€ asphaltiert. Für das Biberkonzept benötigte es lediglich 10% dieser Summe – in Zukunft wird man die Priorisierung des Straßenbaus auch in den Gemeinden hinterfragen müssen!

Ursula Prader

Fotos: pixabay, Bettina Felzmann