Der Habichtskauz – Ein Urwaldbewohner kehrt zurück

Der Habichtskauz – Ein Urwaldbewohner kehrt zurück

Der Habichtskauz – Ein Urwaldbewohner kehrt zurück

Als wir vor einiger Zeit nächtlicher Weise von Gablitz kommend über den Allhang fuhren, erblickten wir, direkt vor uns auf der Straße sitzend, eine große, hell gescheckte Eule.

Ein Habichtskauz, die zweitgrößte unter den Eulen Österreichs mit einer Größe von 55- 60cm und einer Flügelspannweite von stolzen 1,25m, saß vor uns und machte nicht die geringsten Anstalten, zu fliehen.

Ausgestorben

Diese geringe Fluchtdistanz und mangelnde Scheue waren auch, neben der Zerstörung der ursprünglichen Lebensräume, die Ursache für das Aussterben des Habichtskauzes in Österreich um das Jahr 1950. Er war ein beliebtes Objekt illegaler Abschüsse für trophäenhungrige Jäger.

Wegen seiner imposanten Größe benötigt der Vogel große Bruthöhlen in aufrecht stehenden mächtigen Altbäumen. Durch die Intensivierung der Forstwirtschaft hatte der Kauz seine Brutmöglichkeiten verloren.

Die Jungvögel werden ein Monat von den Elterntieren, die meist ein Leben lang zusammenbleiben, gefüttert. Die Hauptnahrung des Habichtskauzes besteht aus Wald- und Wühlmäusen.

 

Neue Chance für einen stillen Mitbewohner

2007 wurde ein Projekt zur Wiederansiedlung des Habichtskauzes entlang der Alpennordseite ins Leben gerufen. In verschiedenen Greifvogelstationen werden die Tiere gezüchtet und dann, gemeinsam mit den Elterntieren in großen Käfigen ins Freilassungsgebiet verbracht. Nach einer Eingewöhnungsphase dürfen die Jungtiere ins Freiland, werden aber in Käfignähe noch einige Wochen gefüttert. Dies erhöht die Standortbindung der Tiere. Ein Netzwerk an Nistkästen in der Umgebung sorgt für ausreichend Brutmöglichkeiten.

Die Tiere werden beringt und mit Mikrosendern versehen. Außerdem entnimmt man ihnen DNA-Proben, um später gefundene Federn oder Gewölle eindeutig zuordnen zu können.

Neben dem Wildnisgebiet am Dürrenstein in der Nähe von Lunz sind die Kernzonen des Biosphärenparks Wienerwald auch in Mauerbach das zweite Auswilderungsgebiet. Insgesamt wurden an die 300 Tiere ausgewildert, zahlreiche Bruten konnten nachgewiesen werden.

Sollte Ihnen also in nächster Zeit eine auffallend große, wenig scheue, relativ helle Eule begegnen, ist es wohl ein Habichtskauz. In diesem Fall bittet das Team des Instituts für Wildtierkunde der Med.Vet. Uni Wien am Wilhelminenberg um Dr. Richard Zink um Rückmeldung: habichtskauz@fiwi.at  (web: www.habichtskauz.at)